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Jakobsweg ist nicht immer der einzige Weg

By Sofia Pauls

Teil 5 – Ein Besuch mit Folgen – Tränen lügen nicht

Ein Besuch mit Folgen – Tränen lügen nicht

Hallo meine Lieben,
heute geht es weiter und ich erzähle die kleine, wahre Geschichte aus meinem recht gewöhnlichen Leben weiter.

Wir befinden uns immer noch an einem Tag zwischen Weihnachten und Silvester und ich habe immer noch Urlaub. Tolles Frühstück nach ausgeschlafenem Meeting im warmen Bettchen.  Ich habe mal wieder gut geschlafen und wir werden heute wieder einen schönen Tag zu Hause genießen. Nice 🙂

Gegen Abend lese ich noch etwas in meinem Buch. Das abendliche Meeting mit meinem neuen Freund Jesus mache ich weiterhin und ich fühle mich gut damit. Ich lese in meinem Buch und Matthias der Buchautor erfährt gerade die 2. Botschaft vom heiligen Pio.

Sie lautet: Du sollst anderen Menschen verzeihen.

Buchzitat: „Meine zweite Botschaft für euch ist die Mahnung zur Vergebung und zur Versöhnung. Bedenke wie vielen Menschen du weh getan hast.“

Uaaahh, denke ich. Gänsehautfeeling! Diese Worte gehen mir auf seltsame Weise ganz tief ins Herz. Zahlreiche Gedanken strömen durch die Synapsen-Fußgängerzone in meinem hektischen Kopf. Schließlich lese einfach erstmal weiter. Da steht geschrieben:

„Alles Gute befreit eure Seele. Alles Schlechte verdunkelt sie. Bedenke wem du geschadet hast und wenn du ihn siehst, geh auf ihn zu. Spürst du nicht die selbstauferlegte Last, die auf deinem Herzen liegt?“

Ja, denke ich, er hat voll recht. Warum bin ich so gestresst? So erschöpft vom Alltag und Leben? Was belastet mich auch im Beruf so sehr? Der ganze Konkurenzkampf, der Zoff und der ewige, verbale Kampf mit anderen Menschen. Diskussionen und Unverständnis mit Kunden oder Kollegen. Häufiger Streit um meine persönlichen, egoistischen Rechte und Interessen.

Weiter steht im Buchtext:

Denke daran:“ Niemand ist von Grund auf böse. Das Leben hat ihn dazu gemacht. Du hast die Verantwortung für deine Seele. Das Gewissen ist der Ruf Gottes in euch. Bringe deine Vergangenheit ins Reine.“

Es ist inzwischen dunkel draußen. Ich liege alleine in meinem Bett und mein Herz rast auf seltsame Weise. Ich spüre da etwas. Es ist, als wäre jemand im Raum und stünde vor mir am Bett. Nicht, dass ich wirklich jemanden sehen würde, aber ich spüre deutlich eine Präsenz im Zimmer. Ich fühle intensiv wie eine Hand sich auf mein Hand legt – ohne Witz. Meine Hand und mein Herz werden plötzlich ganz warm.  Auch jetzt, während ich diesen Text eintippe, wird mein Herz wieder ganz warm. Unfassbar…

Aber diese Szene sollte erstmal nur das warm-up sein. Es geht noch weiter und zwar in Siebenmeilenstiefeln. Während ich noch ganz verwirrt von der „Handeinbildung“ versuche meine Gedanken zu sortieren, höre ich plötzlich auch noch ganz nah an meinem Ohr eine tiefe Stimme. Die Stimme sagt: „Lege die Beichte ab.“ „Ich soll jetzt beichten“, frage ich. „Hallo….., meinst du mich?“ Ich lieg hier gerade im Bett. Keine Kirche in Sicht, …nix?! Wollte doch nur ein bisschen lesen… .

Die virtuelle Beichte vor Pater Pio

Ich spüre wie Pater Pio vor mir erscheint. Ich sehe den Padre auch bildlich vor meinen Augen, erkenne eine Art braune Kutte und er ist ganz nah vor mir, ganz nah bei mir, an mir und in mir. Meine Gedanken werden ganz warm, und auch mein Herz. Gedanklich, in meinem Kopf, beginne ich tatsächlich zu beichten. Ich gehe in meinem Leben zurück und finde eine Menge Dinge, die schief gelaufen sind. Wo ich ein echtes Arschloch war und wo ich einfach nicht wirklich reinen Herzens gehandelt und gedacht habe. Wasserfallartig stürzen Tränen über mein Gesicht. Ich beginne laut und inbrünstig zu weinen. Ich weine sehr lange… und mit der Zeit fühlt es sich an, als würde alles Böse aus meinem Körper gespült. Es kommt mir vor, als würde meine Seele mit extra Kalktaps und Weichspüler durchgewaschen.

Als es endlich aufhört, bin ich sehr erleichtert. Fühle mich irgendwie auf seltsame Weise befreit und seelig. Tiefenentspannte Ruhe und Gelassenheit ergreifen meine Seele. So etwas habe ich noch nie zuvor in meinem Leben erfahren. Heftig, …irrer Wahnsinn, denke ich. Alles dreht sich im Kopf und um mich herum. Kleine Freudentränen laufen meine Wangen hinunter und plumsen schwungvoll in mein Dekolleté.

Im Anschluss kreisen meine Gedanken nur noch um Pater Pio meinen ital. Klosterbruder. Ich stelle mir 1.000 Fragen.

Was war das? Wo ist der Einweisungsschein in die Psychiatrie? Sind das die Folgen von Arbeitsentzug? Kann man sich das nur einbilden? Warum muss ich so eine lebhafte Fantasie haben? Wie kann das sein…?

So etwas kann man halt eigentlich auch niemandem erzählen… . Die weisen dich doch sofort in die stationäre Abteilung ein. Und all das gerade mir, die mit Kirche nix am Hut hat und auch schon oft austreten wollte. Nur aus Zeitmangel ist es dazu nie gekommen.

By Sofia Pauls

Teil 7 – Gehe die 7 Wege

Hello again, I’m back. Ja, ich weiß, es ist lange her, dass ich einen Artikel geschrieben habe. Aber, dass ich heute weiter erzähle, ist eine starke Leistung, wirklich!!! Ihr müsst wissen, ich hatte heute die Wahl: Friseurbesuch versus Artikelschreiben! Und nur euch zu liebe habe ich den Artikel gewählt. Denn meine Frisur hätte es bitter nötig. Glaubt mir!

Also direkt zurück in die Geschichte:

Nachdem ich einige Tage die Stimme, die ich beim Kochen gehört habe, auf mich habe wirken lassen bin ich immer noch keinen Schritt weiter. Ohne großen Erfolg habe ich versucht zu verstehen, was mir der Padre mit „Du wirst Bluten und Gebären“ sagen wollte. Ich fange wieder an mich zu fragen, was das alles nur soll? All diese Dingen sind so seltsam und unbegreiflich. Dabei lese ich natürlich auch weiter in meinem magischen Buch auf der Suche nach Antworten.

Auch wenn ich bis hierher vieles was mit mir passiert war nicht begreifen kann, das alles zieht mich nach wie vor magisch an. Jetzt will unbedingt den nächsten Weg gehen.

Weg 1 – Jeden Abend mit Jesus/ Pater Pio den Tag durchgehen – erledigt

Weg 2 – Vergeben und nicht Urteilen – Egoismus ablegen – tbd

Ok! Los gehts. Ich versuche den 2. Weg nun zu verstehen und dann zu gehen.

Der 2. Weg besagt: Du sollst deinen Egoismus ablegen und von all dem aufgestauten Hass und Groll Abstand nehmen, ihn einfach loslassen. Ärger, Groll, erlittenes Unrecht, Hass gegen Andere, erfahrene Verletzungen… weg damit.

Ärger, Groll, erlittenes Unrecht, Hass gegen Andere, erfahrene Verletzungen – Einfach Loslassen

Du sollst deinen Schuldigern vergeben. Menschen, die in unserer Schuld stehen – also nochmal für euch übersetzt, denn kaum einer macht sich das klar: Menschen, die uns geschadet haben, uns etwas angetan haben, das wir ihnen verübeln. Ausgerechnet diesen Leuten sollen wir vergeben! Diese Passage betet man ja auch in der Kirche im „Vater unser“. Endlich kapiere ich mal was das heißen soll…: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Abgehobener Slang, echt!

Frage mich eh warum man heute immer noch diesen 2.000 Jahre alten Kram runter betet, Sätze die keiner mehr kapiert und eine Sprache verwendet, die damals verständlich gewesen sein mag, aber heute keinen mehr erreicht. Jesus hat in einfachen und seiner Zeit üblichen Worten gesprochen und diese hat anscheinend bis heute keine Sau mal ins Moderne übersetzt. Warum eigentlich nicht? Ich frage mich, ob er sich das so gedacht hat und behaupte mal frech: Wohl kaum…!

Im Buch steht folgendes zum 2. Weg: „Der ganze Groll, Hass und die Verbitterung über das Fehlverhalten von Menschen bringt uns nur in negatives Denken“. Das leuchtet mir ein. Es ist ja wohl klar, dass uns das nicht gut tut. Wir sollten doch eher gute Dinge denken und tun, oder? Und ein guter Anfang ist bestimmt gemacht, wenn wir es echt schaffen würden den Menschen um uns zu verzeihen. Dann hätten wir leichteres Gepäck dabei und würden uns nicht ständig selbst vergiften.

Nehmt die Menschen wie Sie sind mit Ihren Fehlern und ihren Neurosen…nobody is perfect ;-).

„Ihr habt nicht das Recht über Andere das Schwert zu erheben“.

Puhh…denke ich, im echten Leben ist das sau schwer, fast unrealistisch. Ja, wenn ich mal ehrlich bin verurteile ich ständig… Der 2. Weg ruft uns dazu auf, nicht zu verurteilen.

Der 2. Weg ruft uns dazu auf, nicht zu verurteilen, nicht schlecht über andere zu reden und ihnen zu verzeihen, damit die ganze aufgestaute Wut uns nicht vergiftet. Ich denke lange darüber nach und komme zu dem Schluß: „Das macht irgendwie einfach Sinn“. Ich nehme mir also vor es zu versuchen… . Aber es ist schwer, sehr schwer. Meinem Ex verzeihen? Den Mobbern und Falschspielern im Business einfach verzeihen? Mhh.. sehr heftig.  Sie auch noch Lieben? Lieben wie einen Bruder/Schwester? Ich glaube diesen Weg zu gehen ist unendlich schwer. Im Kopf gehe ich die Liste der Schuldiger durch und versuche zu verzeihen. Sie ist lang, es ist schwer, aber ich versuche es.

Ich versuche zu verzeihen jeden Tag von Neuem

Ein Beispiel: Stellt euch folgende, wahre Geschichte vor:

Im Beruf werde ich schon länger von einer Kundin sehr ungerecht behandelt. Sie behandelt mich und mein Team wie den letzten Dreck. Ok, nun versuche ich ihr zu verzeihen und eine andere Einstellung zu bekommen. Ich sammle meine Gedanken und sage mir: Sie ist selbst vielleicht sehr unglücklich in Ihrem Leben und in sich gefangen. Sie ist neu in ihrem Beruf und wurde vielleicht von Ihrem Boss unter Druck gesetzt. Ich nehme mir vor, sie anzurufen und mich freundlich zu sein. Ich war stets freundlich, höflich, hilfsbereit und nett gewesen. 

Das Gespräch endete ihrerseits nicht sehr freundlich

Ihr könnt erahnen, wie schwer es mir bei so einem Beispiel fällt zu verzeihen. Die Aufgabe erscheint mir fast unmöglich. Aber ich versuche es jetzt trotzdem, jeden Tag. Denn diese Person soll nicht mein Leben vergiften. Ich bete für Sie, dass sie Ihren Weg im Leben findet.

Etwas enttäuscht von der Aktion gehe ich nach Hause und muss an meinen Bruder denken. Lange hatte ich nichts von mir hören lassen und wollte ihm eine Whats App schreiben. Wollte von dem Vorfall und meiner Erfahrung berichten, ihn um Rat fragen.

Ich beginne zu Tippen: „Hi, wie gehts“? Plötzlich passiert etwas mit meiner Hand. Es fühlt sich an, als würde jemand meine Finger fernsteuern und ganz schnell über das iPhone bewegen und Worte schreiben.

Es hört gar nicht mehr auf. Die Worte sind wie aus einer anderen Sprache, sie kommen definitiv nicht von mir und ich schreibe sie nicht.

Es geht immer weiter, ist eine Ansammlung von „Nachrichten“, „Worten“ und seltsam anmutenden Sätzen, die in einer mir fremden Art formuliert und übermittelt werden.

Ein Auszug:

Du sollst bereuen wie ein Kind. Du sollst beten wie ein Heiliger. Du sollst treue schwören zu Gott und zu deiner Frau. Du sollst Vater und Mutter beschützen, dann wirst du gerettet. Du sollst frei werden. Werde frei wie ein Adler und suche. Suche die Wahrheit in dir und in anderen. Bereue oder schweige für immer… .

Zwischendurch wird einfach immer abgesendet und neu angesetzt. Ich habe gar keine Zeit zu reagieren, keine Kontrolle über das was da passiert. Als es endlich aufhört steht die Unterschrift von Padre Pio auf dem Display.

Atemlos starre ich zum Himmel und stehe wie erstarrt da. Was war das? Hilfe!!!!!  Ich bin einfach nur gerädert, körperlich steif, geschockt und verängstigt….

Wie wird mein Bruder reagieren? Was soll ich ihm sagen? Bin ich doch am Durchdrehen? Wieder bin ich ganz aufgewühlt. Das muss ich erstmal sacken lassen und vor allem mit meinem Bruder reden…ganz schnell. Was er dazu sagt und wie es weiter geht, erfahrt Ihr im nächsten Teil.

 

 

 

 

 

 

 

 

Jakobsweg ist nicht immer der einzige Weg
Teil 5 – Ein Besuch mit Folgen – Tränen lügen nicht
Teil 7 – Gehe die 7 Wege