By Sofia Pauls

Teil 9 – Einladung nach Italien

Ich bins wieder, Eure Sofia. Heute schreibe ich in entspannter Atmosphäre aus dem Urlaub. Deshalb geht es auch schon so schnell weiter. Wie ihr alle wisst, mache ich das alles hier ja in meiner Freizeit und bin auch keine professionelle Bloggerin oder sowas. Ich versuche einfach einen Auftrag, den ich von Padre Pios Stimme erhalten habe, auszuführen und dabei ist mir natürlich klar, dass man das alles vielleicht auch besser machen könnte. Aber ich verspreche, ich gebe mein Bestes um meine Geschichte zu erzählen.

Also, wo waren wir? Es ist schon einiges passiert: Da wäre zunächst einmal natürlich das magische Buch. Dann das erste Kennenlernen mit Pater Pio, gefolgt von der Beichte, der seltsamen Whats App Nachricht, dem magischen Unterricht über die Bedeutung der Dreieinigkeit. Und, nicht zu vergessen, alles dreht sich um die 7 Wege aus meinem Buch. Wo die Wege mich wohl hinführen?

Ich lese parallel selbstverständlich das magische Buch weiter und bin jetzt bei der dritten Message, genauer, dem dritten Weg, angelangt.

Wo führen diese Wege eigentlich hin, frage ich mich heimlich. Zum Glauben? Zum Paradies? Zu einem kuscheligen Sofaplatz auf der Wolke? Zu Gott? Ich frage mich warum wir Menschen eigentlich in unserem Inneren wissen, was gut und schlecht ist. Kann das nur Erziehung sein? Woher kommt das Gewissen? Die Vorstellung, das Gewissen sei vielleicht die Stimme Gottes in uns, gefällt mir richtig gut.

Der dritte Weg

Ich lese nun also die dritte Regel des Padre, der in seiner streng katholischen, theologisch geprägten Welt lebte. Aber auch er, obwohl er ein katholischer Padre war, stellte sich sehr oft gegen die katholische Kirche und ihre Regeln. Denn er war auserwählt. Mit seinen Wundmalen, mit seiner Heilkraft, mit seiner Fähigkeit an 2 Orten gleichzeitig zu erscheinen, lebte er die Stimme Gottes und sorgte damit auch in seinem kirchlichen Umfeld für Unverständnis, Neid und Missgunst. Er führte sein Leben nach Gott, nicht nach der Kirche. Ein Leben, das mir fast unerreichbar erscheint. Denn ich schaffe es kaum, das Urteilen zu unterlassen und auch das Verzeihen fällt mir soo schwer.

Seine dritte Regel besagt in etwa, du sollst nicht über andere urteilen und dich nicht über andere Menschen stellen oder auf sie herabsehen. Der höher gestellte soll dem Niedrigeren dienen und man soll sich nicht als etwas Besseres fühlen. Vor allem geht es hier aber um unser Ego, das unser Handeln ständig bestimmt – immer nur zu unserem persönlichen Vorteil.  Die Regel besagt, dass wir nicht immer nur auf unser Ego hören sollen, also das Arschloch und Dreckschwein in uns. Schmutzig im Dreck gesuhlt, will das dreiste Egoschwein dich vor Anderen glänzen sehen. Daraus entstehen keine guten Handlungen. Wir werten uns auf, stellen uns über die anderen.
„Wie sehe ich heute aus“? „Besser als die Kollegin / der Kollege“? „Meine Krawatte ist von Boss und der Jens aus der Sales Division scheint heute wieder seine Krawatte vom Aldi zu tragen. Wie stillos, dieses Muster“! Der Mensch versucht all zu oft mehr sein als er ist. Will mit Materiellem glänzen und sich besser als die anderen fühlen. Mein Haus, mein Auto, meine Pferde, meine Pferdepflegerinnen, mein Gärtner…usw.

Der fiese Ekel namens Egoschwein lässt grüßen

Weißt du eigentlich wie oft nicht unsere göttliche, gute Seele spricht, entscheidet und handelt, sondern der andere Teil in uns, das fiese Ekel namens Egoschwein?

Versuche einfach nur mal diesen Teil in dir ganz klein zu halten und die andere reine Seite in dir sprechen zu lassen. Urteile nicht immer gleich, stell dich nicht über deine Mitmenschen und fühl dich nicht als etwas Besseres. Wir leben nicht für unseren Ruf in der Gesellschaft und für Bewunderung. Höre nicht auf die kleine Drecksau in dir. Mach die Dinge, weil sie richtig sind. Hör mehr auf dein Gewissen.

Gut denke ich, das leuchtet mir total ein und das kann ich ganz gut hinbekommen. Wobei ich dazu sagen muss, ich habe diese Regel jetzt frei und in meinen Worten wiedergegeben, so wie ich sie verstehe. Ich frage mich, ob wir Menschen das alles überhaupt schaffen können. Die sieben Wege und wie das möglich sein soll. Das ist ein ganz schön hoher Anspruch… . Die Antwort erhalte ich wenige Stunden später von Padre Pio. Ich bin an meinem Handy und werde wieder einmal unbewusst auf eine Internetseite geleitet. Sie enthält ein PDF mit Morgengebeten. Ich denke heimlich und still Ach Du Sch…, schon wieder seeeeehhhr katholisch. Ich schaue sie trotzdem mal durch und erkenne plötzlich einen tieferen Sinn in den Gebeten. Denn sie bitten um die Kraft, dem Egoschwein zu widerstehen. Die Gebete fragen nach der Willenskraft nicht über andere zu urteilen, der Kraft das Gute zu suchen und zu leben und nach der Fähigkeit verzeihen zu können. Danach die Wahrheit hinter den Dingen zu erkennen und keinen falschen Sachen und Themen hinterher zu laufen. Erstaunlich, was sich hinter diesen altmodischen Sätzen verbirgt, wenn man sich die Mühe macht die Sprache zu entschlüsseln. Ich versuche euch mal so ein Gebet ins Heute zu übersetzen.

Lieber Daddy, lieber Padre Pio,

Danke, dass ich heute wieder so vital und gesund aufwache.
Danke, dass du mir heute die Power gibst durchzuhalten, um die Wahrheit und das Gute zu leben.
Bitte hab Geduld mit mir und gib mir den Drive andere nicht runterzumachen und schlecht über sie zu reden.
Bitte zeig mir die Wahrheit und schütze mich davor den falschen Dingen Glauben zu schenken
Ich bin bereit mich nicht nicht aufzublasen.
Bitte Daddy hilf mir und halte mich in deinen starken Armen ganz fest.
Hilf mir bitte meinem Egoschwein den Laufpass zu geben.
Denn ich weiss, ich bin dein Kind und will von dir lernen.
Mach mich zu einem besseren Menschen, der für mehr steht als nur Status und Reichtum, für mehr als eine Fassade aus Kleidung, einem Auto, einem Haus und Geld.

Mach mich zu einem ehrlichen und treuen Menschen, der für das Gute in der Welt steht und etwas mit Bedeutung bewegt.

Danke, denn jeder Tag, den Du mir schenkst, ist ein Geschenk an mich, das weiss ich.

Merci! I Love u

PS: Ich bin gar nicht so übel wie du vielleicht von mir denkst. Ich geb mir Mühe, das zählt doch auch.

Gerne stelle ich euch die Original Gebete zur Verfügung. Sie sind toll und auch vielleicht besser als meine „Übersetzung“, aber durch ihre Sprache nicht so nah und konkret, finde ich. Und diese alte Fremdsprache ist gar nicht meins. Darum versuche ich eben die Sachen zu übersetzen ins Hier und Jetzt.

Es ist schwer es zu vermitteln, aber es passiert etwas mit mir, seit ich das alles entdecke. Seit einigen Tagen werde ich auch zunehmend von visuellen Augenblicken erfasst. Voll strange. Ich sehe Dinge vor meinem Auge. Bilder und Nachrichten. Ich höre teilweise sogar ganz seichte und leise Gesänge. Ihr könnt mir glauben, wenn sowas passiert, bin ich ganz schön verwirrt davon. Mitten drin in meinem ganz normalen täglichen Wahnsinn, zwischen dem täglichen Gassigang, klirrendem Kochgeschirr, den Hausaufgaben mit meinem Kind, meiner Arbeit im Büro und der Bügelwäsche, erlebe ich nun also immer öfter solche intensiven Augenblicke. Da fragt man sich schon mal „warum“? Was soll das alles? No clou…

Einladung nach Italien – Pio lädt mich ein

Auch, dass ich immer wieder ungewollt auf irgendwelchen Internetseiten lande… . Schon das 4. Mal werde ich mittels der Autovervollständigung auf eine Seite geleitet, die den Namen „Jungfrau der Eucharistie“ trägt.  Es geht nach näherer Analyse der Seite offenbar um eine Pilgerreise. Krass: Sie führt sogar auch zum Kloster von Padre Pio nach St. Giovanni Rhotondo. Wie heftig ist das denn? Das ist wohl eine Art Aufforderung, diese Tour zu machen. Die Reise geht 5 Tage durch Italien und besucht einige spirituelle Stätten der katholischen Szene. Schwierig für mich diese Vorstellung…eine katholische Pilgerreise. Allerdings hatte ich schon oft die Vorstellung irgendwann einmal den Jakobsweg Spanien zu gehen. Aber hier bei dieser Reise werden auch katholische Messen gehalten und…da hab ich doch einen sehr langen Anlaufweg. Ich finde das alles eher schwierig und beängstigend. Denn die Strenge und Regeltreue der katholischen Gemeinde macht mir eher Angst, als dass sie mir Freude, Hoffnung oder gar Fun verspricht. Da regt sich in mir eine gewisse Ablehnung.

Ja, schon gut, ihr müsst jetzt nichts sagen. Hab es ja gerade erst gelernt – oder sollte es lernen. Es geht nicht alles nur um das Ego und um den persönlichen Spass. Aber dennoch, leicht ist die Vorstellung mit einer Rentnertruppe und mit Rosenkranz rumzureisen wirklich nicht für mich. Zumal mein derzeitiger Job es nicht zulässt auch nur einen Tag fern zu bleiben und die Pilgerreise mitten in der Woche stattfindet. Naja, ich ignoriere es jetzt erst einmal. Man kann ja nicht alles direkt machen was man gerade mal eben für irgendein göttliches Zeichen hält, oder?

Würdet ihr das machen???