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Jakobsweg ist nicht immer der einzige Weg

By Sofia Pauls

Teil 5 – Ein Besuch mit Folgen – Tränen lügen nicht

Ein Besuch mit Folgen – Tränen lügen nicht

Hallo meine Lieben,
heute geht es weiter und ich erzähle die kleine, wahre Geschichte aus meinem recht gewöhnlichen Leben weiter.

Wir befinden uns immer noch an einem Tag zwischen Weihnachten und Silvester und ich habe immer noch Urlaub. Tolles Frühstück nach ausgeschlafenem Meeting im warmen Bettchen.  Ich habe mal wieder gut geschlafen und wir werden heute wieder einen schönen Tag zu Hause genießen. Nice 🙂

Gegen Abend lese ich noch etwas in meinem Buch. Das abendliche Meeting mit meinem neuen Freund Jesus mache ich weiterhin und ich fühle mich gut damit. Ich lese in meinem Buch und Matthias der Buchautor erfährt gerade die 2. Botschaft vom heiligen Pio.

Sie lautet: Du sollst anderen Menschen verzeihen.

Buchzitat: „Meine zweite Botschaft für euch ist die Mahnung zur Vergebung und zur Versöhnung. Bedenke wie vielen Menschen du weh getan hast.“

Uaaahh, denke ich. Gänsehautfeeling! Diese Worte gehen mir auf seltsame Weise ganz tief ins Herz. Zahlreiche Gedanken strömen durch die Synapsen-Fußgängerzone in meinem hektischen Kopf. Schließlich lese einfach erstmal weiter. Da steht geschrieben:

„Alles Gute befreit eure Seele. Alles Schlechte verdunkelt sie. Bedenke wem du geschadet hast und wenn du ihn siehst, geh auf ihn zu. Spürst du nicht die selbstauferlegte Last, die auf deinem Herzen liegt?“

Ja, denke ich, er hat voll recht. Warum bin ich so gestresst? So erschöpft vom Alltag und Leben? Was belastet mich auch im Beruf so sehr? Der ganze Konkurenzkampf, der Zoff und der ewige, verbale Kampf mit anderen Menschen. Diskussionen und Unverständnis mit Kunden oder Kollegen. Häufiger Streit um meine persönlichen, egoistischen Rechte und Interessen.

Weiter steht im Buchtext:

Denke daran:“ Niemand ist von Grund auf böse. Das Leben hat ihn dazu gemacht. Du hast die Verantwortung für deine Seele. Das Gewissen ist der Ruf Gottes in euch. Bringe deine Vergangenheit ins Reine.“

Es ist inzwischen dunkel draußen. Ich liege alleine in meinem Bett und mein Herz rast auf seltsame Weise. Ich spüre da etwas. Es ist, als wäre jemand im Raum und stünde vor mir am Bett. Nicht, dass ich wirklich jemanden sehen würde, aber ich spüre deutlich eine Präsenz im Zimmer. Ich fühle intensiv wie eine Hand sich auf mein Hand legt – ohne Witz. Meine Hand und mein Herz werden plötzlich ganz warm.  Auch jetzt, während ich diesen Text eintippe, wird mein Herz wieder ganz warm. Unfassbar…

Aber diese Szene sollte erstmal nur das warm-up sein. Es geht noch weiter und zwar in Siebenmeilenstiefeln. Während ich noch ganz verwirrt von der „Handeinbildung“ versuche meine Gedanken zu sortieren, höre ich plötzlich auch noch ganz nah an meinem Ohr eine tiefe Stimme. Die Stimme sagt: „Lege die Beichte ab.“ „Ich soll jetzt beichten“, frage ich. „Hallo….., meinst du mich?“ Ich lieg hier gerade im Bett. Keine Kirche in Sicht, …nix?! Wollte doch nur ein bisschen lesen… .

Die virtuelle Beichte vor Pater Pio

Ich spüre wie Pater Pio vor mir erscheint. Ich sehe den Padre auch bildlich vor meinen Augen, erkenne eine Art braune Kutte und er ist ganz nah vor mir, ganz nah bei mir, an mir und in mir. Meine Gedanken werden ganz warm, und auch mein Herz. Gedanklich, in meinem Kopf, beginne ich tatsächlich zu beichten. Ich gehe in meinem Leben zurück und finde eine Menge Dinge, die schief gelaufen sind. Wo ich ein echtes Arschloch war und wo ich einfach nicht wirklich reinen Herzens gehandelt und gedacht habe. Wasserfallartig stürzen Tränen über mein Gesicht. Ich beginne laut und inbrünstig zu weinen. Ich weine sehr lange… und mit der Zeit fühlt es sich an, als würde alles Böse aus meinem Körper gespült. Es kommt mir vor, als würde meine Seele mit extra Kalktaps und Weichspüler durchgewaschen.

Als es endlich aufhört, bin ich sehr erleichtert. Fühle mich irgendwie auf seltsame Weise befreit und seelig. Tiefenentspannte Ruhe und Gelassenheit ergreifen meine Seele. So etwas habe ich noch nie zuvor in meinem Leben erfahren. Heftig, …irrer Wahnsinn, denke ich. Alles dreht sich im Kopf und um mich herum. Kleine Freudentränen laufen meine Wangen hinunter und plumsen schwungvoll in mein Dekolleté.

Im Anschluss kreisen meine Gedanken nur noch um Pater Pio meinen ital. Klosterbruder. Ich stelle mir 1.000 Fragen.

Was war das? Wo ist der Einweisungsschein in die Psychiatrie? Sind das die Folgen von Arbeitsentzug? Kann man sich das nur einbilden? Warum muss ich so eine lebhafte Fantasie haben? Wie kann das sein…?

So etwas kann man halt eigentlich auch niemandem erzählen… . Die weisen dich doch sofort in die stationäre Abteilung ein. Und all das gerade mir, die mit Kirche nix am Hut hat und auch schon oft austreten wollte. Nur aus Zeitmangel ist es dazu nie gekommen.

By Sofia Pauls

Teil 4 – Der Beginn einer imaginären Pilgerschaft

Hi, hier ist Sofia und ich bin gerade echt genervt.

Ich versuche an diesem Samstag ein paar Minuten zu schreiben, aber wie soll ich das, wenn es ständig an der Tür klingelt? Innerhalb von 60 Minuten steht da erst der Postbote, dann der DHL Fahrer, gefolgt von UPS und auch der Hermes Bote darf nicht fehlen. Dann wird auch noch etwas für die Nachbarn abgegeben. Unsere Welt ist schon bisschen krank, oder?

Die Welt ist aktuell auf einem Speed Trip

Aber das ist ja erst der Anfang. Bald kommen dann ja noch die Drohnen und werfen den Kram im Garten ab! Die Welt kommt mir wahnsinnig hektisch vor, wie auf einem Speed Trip. Nicht dass ich mit soetwas Erfahrungen hätte, aber ich stelle es mir halt so vor. Ich frage mich, ob man bei der hohen Geschwindigkeit noch die nächste, scharfe Kurve mitnehmen kann? Anstrengend unsere Zeit, aber egal… .

Zurück zur Story:

Es ist inzwischen ein weiterer Tag vergangen und ich habe Lust mehr zu lesen und zu erfahren. Matthias aus dem Buch ist jetzt an dem Ort, an dem Pater Pio in San. Giovanni Rotondo – Film gewirkt hat. Der Heilige Padre lebte dort in einem Kloster. Unglaubliche Geschichten kursieren über ihn: Er wurde an 2 Orten gleichzeitig gesehen, konnte heilen und hat das Dorf im Krieg vor Bomben beschützt. Über 20 Flieger der Wehrmacht im 2. Weltkrieg berichteten von Erscheinungen über dem Dorf, die zur Verhinderung der Bombadierung führten. Kann das alles sein?? Matthias hat Glück. Während er vor Ort ist, wird der Leichnahm des Padres ausgestellt. Matthias muss ihn einfach sehen, es zieht ihn zum Sarg!!! Als er unten in der Grabesstätte ist, schaut er gespannt in das gläserne Behältnis, und da liegt der Pater tatsächlich vor ihm. Ein krasser Moment. Leider ist Matthias nicht allein, denn hunderte Pilger sind ebenfalls zum Grab des Heiligen aufgebrochen und so wird Matthias weiter geschoben und der Moment ist so schnell vorbei wie er gekommen ist. Matthias ist etwas enttäuscht. War das alles?

Pilgern, ein echter Hype – Alle scheinen zu pilgern keiner spricht über Jesus Christus

Auch so ein Phänomen: An den Massen der Pilgerschaft in dieser Geschichte sieht man auch mal wieder, dass Pilgern ein echter Hype geworden ist, oder?

Aber an Gott glauben ist richtig uncool. Da stimmt doch was nicht, oder? Wenn du sagst, „Ich geh pilgern“, dann ist das total cool.  Aber wenn du sagst: „Ich glaube an Gott und Jesus“, oder sowas in die Richtung, dann gucken die Menschen als hättest Du einen an der Klatsche.

Unser Pilgerer geht ein bisschen deprimäßig und geknickt in sein winziges Pilgerzimmerchen zurück. Am nächsten Tag zieht es ihn aber noch einmal hinunter in die Kruft und siehe da, die Menschenmassen scheinen sich schlagartig für einen Moment aufzulösen. So steht er also nun noch einmal vor dem aufgebahrten Pater Pio, alleine schaut er noch einmal durch das Glas und schließt die Augen. In seinem Inneren betet Matthias zu dem heiligen Padre und mit einem Mal, ganz  plötzlich, hört er deutlich die Stimme des Heiligen.

Also, ich nenne diesen Pater übrigens oft PP. Wißt Ihr, ich denke bei mir: „Wenn die ganzen Heiligen und Gott, Jesus und der Papst keinen Spaß verstehen, dann läuft da doch was schief.“ Immer dieses fromme Getue. Klar soll man nicht lästern und dummes Zeug reden und gewissen Themen verdienen auch Respekt. Aber meine Vorstellung von Gott lässt auch mal Platz für etwas Witz und Spass. Gerade das ist doch Gott, oder? Freude und Lachen. Etwas Spass muss sein!

Aber zurück zu dieser ominösen Stimme, die da jetzt angeblich spricht. PP sagt zu Matthias:

„Matthias, ich werde dir 7 Wege diktieren. Schreibe ein Buch.  Wer die 7 Wege geht, trifft auf Gott“.

Jetzt ist mein Interesse aber entgültig geweckt. Ist das alles nur Quatsch oder kann es stimmen? Kann es vielleicht doch sein, dass es so eine Dimension gibt, dass man Nachrichten empfangen kann? Gibt es vielleicht doch Wunder? Ich bin gefesselt und hänge mich einfach mal an Matthias dran.

Ich mach einfach mal mit. Ganz naiv…

Ich lese weiter. Matthias beschreibt den ersten Weg, der ihm diktiert wurde. Verkürzt für euch: Stell Dir einfach nur abends im Bett vor dem Einschlafen vor, dass Jesus an deinem Bett sitzt und gehe mit ihm deinen Tag durch.

Das ist easy krieg ich hin. Es geht wohl ums Beten, oder? Ich habe schon sehr lange nicht gebetet. Eigentlich seit meiner Kindheit nicht mehr so wirklich. Mit dem Begriff „Beten“ meine ich jetzt auch nicht zwangsläufig das Runterrasseln von vorgefertigten katholischen Gebetsformeln.

Ich beschließe, den ersten Weg mit zu gehen und stelle mir am Abend dieses Tages einfach mal genau das vor:

Okay, denke ich. Mal sehen ob der Jesus das Chaos meiner Tage übersteht und nicht ganz schnell wieder die Flucht ergreift. Und mal sehen, ob er auch wirklich Humor hat und mal über sich selbst lachen kann. Weil, gute Freunde brauchen auch Humor und wenn er ein guter Freund sein will, gehört das schon dazu. Mein Jesus ist sicher zeitgemäß drauf. Ich sage also zu ihm: „Hey, kannst du dich an die heutige Zeit anpassen und vielleicht als Rockstar nochmal runter kommen“? Irgendwie passt das dann aber doch nicht. Also bin ich lieber ruhig und demütig und still und versuche es neu 😉 Das Ganze fällt mir doch etwas schwer, denn die Geschichte von Jesus erscheint mir leider unendlich weit weg. Die Bibel und die dort weltfremde Sprache dringt einfach nicht wirklich zu mir durch. Also auf meine Art, es geht nur so:

Ich sage mal: Hi!

Ich sage: „Hi, Jesus wie gehts“? Ich gehe den Tag nun imaginär mit ihm durch. Das fühlt sich gut an und irgendwie bin ich danach erleichtert und schlafe auch in dieser Nacht richtig gut.

Heißt es nicht Jesus Christus war cool und er liebt alle Menschen?

Es ist aber auch schon recht schwer mit Gott umzugehen, wenn man katholisch erzogen wurde und gleichzeitig ein moderner, selbstbestimmter Mensch ist. Mal ehrlich, der Kirche gegenüber muss man doch kritisch werden, wenn man nicht ständig nur wegsieht, oder? Der Gott, der Dir da von Menschen vorgestellt wird, ist doch nichts an das man sich wenden will, so streng und verurteilend. Die Leute, die für sich beanspruchen für ihn zu stehen, stoßen einen doch meistens eher ab. Ich jedenfalls stehe den diversen Machenschaften und Positionen der Kirche teilweise sehr skeptisch gegenüber. Schwule werden verleugnet, Geschiedene aus der Gemeinschaft verbannt, Verhütung ist verboten, egal wieviele Kinder verhundern, und es werden sogar Kinder sexuell bedrängt… . Es gibt eine viel zu lange Liste an Punkten, die mich an der Kirche richtig stören. Gut gemeint, aber komplett verlaufen?!

Wenn Gott ein Schwulen- und Lesbenhasser wäre, wäre er dann wirklich Gott?

Ich frage mich oft, wie die katholische Kirche mit ihrer Einstellung ein Sprachrohr Gottes sein soll? Heißt es nicht, Gott ist cool und er liebt alle Menschen? Und steht Gott nicht auch hinter dir, egal was du für eine sündige SCH… gebaut hast? Wenn gleichgeschlechtliche Liebe falsch wäre, warum sollte Gott die Menschen wohl so gemacht haben wie sie sind? Was wäre das wohl für ein Gott, der Menschen nicht annimmt, weil ihre Art der LIEBE ihm nicht gefällt? Dann ist Gott also ein Schwulen- und Lesbenhasser? Wie bescheuert klingt das denn? Liebe ist Liebe, und aus meiner Sicht wird Gott erst recht einer verfolgten Liebe seinen Schutz anbieten, egal zwischen wem, oder?

Wie ein Schwarzweißfilm mit Untertitel läuft das Gottesbild der katholischen Kirche vor mir ab. Man hält am Anfang noch durch, doch schnell kann man einfach nicht mehr mit. Die Welt braucht einfach wieder Werte und Worte die verstanden werden.

Alleine das Wort Jesus Christus heute laut in Gesellschaft auszusprechen bringt einem ein lautes Lachen ein. „Die Alte spinnt doch völlig!“
Geht doch mal in eine Kneipe und redet laut über Jesus?  Die Leute dort, deine Freunde und der Barkeeper denken doch sofort du gehörst in psychiatrische Betreuung.

 

Ich bin dann mal weg

By Sofia Pauls

Teil 9 – Einladung nach Italien

Ich bins wieder, Eure Sofia. Heute schreibe ich in entspannter Atmosphäre aus dem Urlaub. Deshalb geht es auch schon so schnell weiter. Wie ihr alle wisst, mache ich das alles hier ja in meiner Freizeit und bin auch keine professionelle Bloggerin oder sowas. Ich versuche einfach einen Auftrag, den ich von Padre Pios Stimme erhalten habe, auszuführen und dabei ist mir natürlich klar, dass man das alles vielleicht auch besser machen könnte. Aber ich verspreche, ich gebe mein Bestes um meine Geschichte zu erzählen.

Also, wo waren wir? Es ist schon einiges passiert: Da wäre zunächst einmal natürlich das magische Buch. Dann das erste Kennenlernen mit Pater Pio, gefolgt von der Beichte, der seltsamen Whats App Nachricht, dem magischen Unterricht über die Bedeutung der Dreieinigkeit. Und, nicht zu vergessen, alles dreht sich um die 7 Wege aus meinem Buch. Wo die Wege mich wohl hinführen?

Ich lese parallel selbstverständlich das magische Buch weiter und bin jetzt bei der dritten Message, genauer, dem dritten Weg, angelangt.

Wo führen diese Wege eigentlich hin, frage ich mich heimlich. Zum Glauben? Zum Paradies? Zu einem kuscheligen Sofaplatz auf der Wolke? Zu Gott? Ich frage mich warum wir Menschen eigentlich in unserem Inneren wissen, was gut und schlecht ist. Kann das nur Erziehung sein? Woher kommt das Gewissen? Die Vorstellung, das Gewissen sei vielleicht die Stimme Gottes in uns, gefällt mir richtig gut.

Der dritte Weg

Ich lese nun also die dritte Regel des Padre, der in seiner streng katholischen, theologisch geprägten Welt lebte. Aber auch er, obwohl er ein katholischer Padre war, stellte sich sehr oft gegen die katholische Kirche und ihre Regeln. Denn er war auserwählt. Mit seinen Wundmalen, mit seiner Heilkraft, mit seiner Fähigkeit an 2 Orten gleichzeitig zu erscheinen, lebte er die Stimme Gottes und sorgte damit auch in seinem kirchlichen Umfeld für Unverständnis, Neid und Missgunst. Er führte sein Leben nach Gott, nicht nach der Kirche. Ein Leben, das mir fast unerreichbar erscheint. Denn ich schaffe es kaum, das Urteilen zu unterlassen und auch das Verzeihen fällt mir soo schwer.

Seine dritte Regel besagt in etwa, du sollst nicht über andere urteilen und dich nicht über andere Menschen stellen oder auf sie herabsehen. Der höher gestellte soll dem Niedrigeren dienen und man soll sich nicht als etwas Besseres fühlen. Vor allem geht es hier aber um unser Ego, das unser Handeln ständig bestimmt – immer nur zu unserem persönlichen Vorteil.  Die Regel besagt, dass wir nicht immer nur auf unser Ego hören sollen, also das Arschloch und Dreckschwein in uns. Schmutzig im Dreck gesuhlt, will das dreiste Egoschwein dich vor Anderen glänzen sehen. Daraus entstehen keine guten Handlungen. Wir werten uns auf, stellen uns über die anderen.
„Wie sehe ich heute aus“? „Besser als die Kollegin / der Kollege“? „Meine Krawatte ist von Boss und der Jens aus der Sales Division scheint heute wieder seine Krawatte vom Aldi zu tragen. Wie stillos, dieses Muster“! Der Mensch versucht all zu oft mehr sein als er ist. Will mit Materiellem glänzen und sich besser als die anderen fühlen. Mein Haus, mein Auto, meine Pferde, meine Pferdepflegerinnen, mein Gärtner…usw.

Der fiese Ekel namens Egoschwein lässt grüßen

Weißt du eigentlich wie oft nicht unsere göttliche, gute Seele spricht, entscheidet und handelt, sondern der andere Teil in uns, das fiese Ekel namens Egoschwein?

Versuche einfach nur mal diesen Teil in dir ganz klein zu halten und die andere reine Seite in dir sprechen zu lassen. Urteile nicht immer gleich, stell dich nicht über deine Mitmenschen und fühl dich nicht als etwas Besseres. Wir leben nicht für unseren Ruf in der Gesellschaft und für Bewunderung. Höre nicht auf die kleine Drecksau in dir. Mach die Dinge, weil sie richtig sind. Hör mehr auf dein Gewissen.

Gut denke ich, das leuchtet mir total ein und das kann ich ganz gut hinbekommen. Wobei ich dazu sagen muss, ich habe diese Regel jetzt frei und in meinen Worten wiedergegeben, so wie ich sie verstehe. Ich frage mich, ob wir Menschen das alles überhaupt schaffen können. Die sieben Wege und wie das möglich sein soll. Das ist ein ganz schön hoher Anspruch… . Die Antwort erhalte ich wenige Stunden später von Padre Pio. Ich bin an meinem Handy und werde wieder einmal unbewusst auf eine Internetseite geleitet. Sie enthält ein PDF mit Morgengebeten. Ich denke heimlich und still Ach Du Sch…, schon wieder seeeeehhhr katholisch. Ich schaue sie trotzdem mal durch und erkenne plötzlich einen tieferen Sinn in den Gebeten. Denn sie bitten um die Kraft, dem Egoschwein zu widerstehen. Die Gebete fragen nach der Willenskraft nicht über andere zu urteilen, der Kraft das Gute zu suchen und zu leben und nach der Fähigkeit verzeihen zu können. Danach die Wahrheit hinter den Dingen zu erkennen und keinen falschen Sachen und Themen hinterher zu laufen. Erstaunlich, was sich hinter diesen altmodischen Sätzen verbirgt, wenn man sich die Mühe macht die Sprache zu entschlüsseln. Ich versuche euch mal so ein Gebet ins Heute zu übersetzen.

Lieber Daddy, lieber Padre Pio,

Danke, dass ich heute wieder so vital und gesund aufwache.
Danke, dass du mir heute die Power gibst durchzuhalten, um die Wahrheit und das Gute zu leben.
Bitte hab Geduld mit mir und gib mir den Drive andere nicht runterzumachen und schlecht über sie zu reden.
Bitte zeig mir die Wahrheit und schütze mich davor den falschen Dingen Glauben zu schenken
Ich bin bereit mich nicht nicht aufzublasen.
Bitte Daddy hilf mir und halte mich in deinen starken Armen ganz fest.
Hilf mir bitte meinem Egoschwein den Laufpass zu geben.
Denn ich weiss, ich bin dein Kind und will von dir lernen.
Mach mich zu einem besseren Menschen, der für mehr steht als nur Status und Reichtum, für mehr als eine Fassade aus Kleidung, einem Auto, einem Haus und Geld.

Mach mich zu einem ehrlichen und treuen Menschen, der für das Gute in der Welt steht und etwas mit Bedeutung bewegt.

Danke, denn jeder Tag, den Du mir schenkst, ist ein Geschenk an mich, das weiss ich.

Merci! I Love u

PS: Ich bin gar nicht so übel wie du vielleicht von mir denkst. Ich geb mir Mühe, das zählt doch auch.

Gerne stelle ich euch die Original Gebete zur Verfügung. Sie sind toll und auch vielleicht besser als meine „Übersetzung“, aber durch ihre Sprache nicht so nah und konkret, finde ich. Und diese alte Fremdsprache ist gar nicht meins. Darum versuche ich eben die Sachen zu übersetzen ins Hier und Jetzt.

Es ist schwer es zu vermitteln, aber es passiert etwas mit mir, seit ich das alles entdecke. Seit einigen Tagen werde ich auch zunehmend von visuellen Augenblicken erfasst. Voll strange. Ich sehe Dinge vor meinem Auge. Bilder und Nachrichten. Ich höre teilweise sogar ganz seichte und leise Gesänge. Ihr könnt mir glauben, wenn sowas passiert, bin ich ganz schön verwirrt davon. Mitten drin in meinem ganz normalen täglichen Wahnsinn, zwischen dem täglichen Gassigang, klirrendem Kochgeschirr, den Hausaufgaben mit meinem Kind, meiner Arbeit im Büro und der Bügelwäsche, erlebe ich nun also immer öfter solche intensiven Augenblicke. Da fragt man sich schon mal „warum“? Was soll das alles? No clou…

Einladung nach Italien – Pio lädt mich ein

Auch, dass ich immer wieder ungewollt auf irgendwelchen Internetseiten lande… . Schon das 4. Mal werde ich mittels der Autovervollständigung auf eine Seite geleitet, die den Namen „Jungfrau der Eucharistie“ trägt.  Es geht nach näherer Analyse der Seite offenbar um eine Pilgerreise. Krass: Sie führt sogar auch zum Kloster von Padre Pio nach St. Giovanni Rhotondo. Wie heftig ist das denn? Das ist wohl eine Art Aufforderung, diese Tour zu machen. Die Reise geht 5 Tage durch Italien und besucht einige spirituelle Stätten der katholischen Szene. Schwierig für mich diese Vorstellung…eine katholische Pilgerreise. Allerdings hatte ich schon oft die Vorstellung irgendwann einmal den Jakobsweg Spanien zu gehen. Aber hier bei dieser Reise werden auch katholische Messen gehalten und…da hab ich doch einen sehr langen Anlaufweg. Ich finde das alles eher schwierig und beängstigend. Denn die Strenge und Regeltreue der katholischen Gemeinde macht mir eher Angst, als dass sie mir Freude, Hoffnung oder gar Fun verspricht. Da regt sich in mir eine gewisse Ablehnung.

Ja, schon gut, ihr müsst jetzt nichts sagen. Hab es ja gerade erst gelernt – oder sollte es lernen. Es geht nicht alles nur um das Ego und um den persönlichen Spass. Aber dennoch, leicht ist die Vorstellung mit einer Rentnertruppe und mit Rosenkranz rumzureisen wirklich nicht für mich. Zumal mein derzeitiger Job es nicht zulässt auch nur einen Tag fern zu bleiben und die Pilgerreise mitten in der Woche stattfindet. Naja, ich ignoriere es jetzt erst einmal. Man kann ja nicht alles direkt machen was man gerade mal eben für irgendein göttliches Zeichen hält, oder?

Würdet ihr das machen???

 

Jakobsweg ist nicht immer der einzige Weg
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Teil 4 – Der Beginn einer imaginären Pilgerschaft
Ich bin dann mal weg
Teil 9 – Einladung nach Italien